"Perception is Reality"
Es ist immer wieder interessant zu beobachten, wie unterschiedlich ein und das selbe Fußballspiel gesehen werden kann, abhängig davon, auf welcher Seite man steht.
Über das letzte Auswärtsspiel hatte ich am Samstag bereits kurz berichtet. Zwischenzeitlich habe ich einen Spielbericht aus Sicht eines Berichterstatters der Heimmannschaft gelesen und stelle fest, dass die Seite des Spielfeldes, auf der der Reporter steht, eine entscheidende Rolle bei der Betrachtung und Bewertung der Ereignisse zu spielen scheint.
Denn da, wo man auf Gastgeberseite ein "brutales Foul" der Gäste gesehen haben will, konnte ich - auf Ballhöhe stehend - nur einen ganz normalen Zweikampf um den Ball erkennen, bei dem sich der Verteidiger leider verletzte. (Wie schwer diese Verletzung, die zur Auswechslung führte, nun tatsächlich war, ist im anderen Bericht nicht erwähnt).
In dieser Situation ein vorsätzliches Foul zu unterstellen, ist - von meiner Seite aus betrachtet - einfach lächerlich.
Allerdings habe ich tatsächlich wenige Minuten vorher ein brutales und vorsätzliches Foul am Taufkirchener Stürmer gesehen, das der Heimreporter in seinem Bericht offensichtlich "vergessen" hat, das aber sofort vom jungen Schiedsrichter mit einer Fünfminutenstrafe gegen den Verteidiger geahndet wurde. Im Profibereich hätte es sicher glatt Rot und mindestens drei Wochen Sperre gegeben, wenn der letzte Mann überspurtet wird und der dann mit beiden Füßen voraus abspringt und den enteilten Stürmer von hinten abgrätscht. (Und das war von meiner Seite klar und deutlich zu sehen, denn ich stand keine fünf Meter daneben).
Unser Stürmer kann von großem Glück sprechen, dass er dabei nicht ernsthaft am Sprunggelenk verletzt wurde. Ich habe übrigens nicht bemerkt, dass sich der übermotivierte "Kamikaze-Verteidiger" vor seinem Abgang beim Gefoulten entschuldigt hätte.
Und dies war nur eine der vielen Grätschen, die die Gäste und insbesondere ihr "Mittelstürmer" an diesem Tag erdulden mussten, wobei schlechte Erinnerungen an zwei Hallenpartien im vergangenen Winter gegen eine andere Mannschaft wach wurden, deren damaliger Betreuer starke Ähnlichkeit mit einem der Betreuer der Heimmannschaft aufwies und bei der ebenfalls übermäßig aggressive Abwehrspieler nach bösen Grätschen vom Platz gestellt wurden.
Während die Taufkirchener Spieler, Betreuer und Fans diese Situation ruhig und ohne böse Kommentare ertragen haben, sahen sich hingegen einige heimische Zuschauer und auch Betreuer nach der Verletzung ihres Spielers zu verbalen Attacken gegen Taufkirchener Spieler und die Gästefans sowie den Taufkirchener Betreuer auf der Kabinenseite veranlasst, die dieser aber zum Glück nicht erwiderte.
Und warum man einer überambitionierten Mannschaft, die einen überaus glücklichen Heimsieg am zweiten Spieltag wie den Gewinn der Deutschen Meisterschaft und mit Spottgesängen auf den Gegner feiert, auch noch gratulieren soll, will sich mir nicht recht erschließen.
Festzustellen ist hingegen, dass alle Taufkirchener Beteiligten die vielfältigen Provokationen ignoriert und in Ruhe und Gelassenheit das Spielfeld verlassen haben.
In Wikipedia findet sich übrigens folgender Artikel zum Thema "Wahrheit" (http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheit), aus dem ich folgendes zitieren möchte:
„Sie [die Wahrheit] wird definiert als Eigenschaft der Aussagen, mit dem widergespiegelten Sachverhalt übereinzustimmen.[12]“
P.S. Wenn es die Kategorie "Schlechter Gewinner" noch nicht gäbe, dann müsste man sie erfinden.
Disclaimer
Dieser Beitrag stellt die Meinung einer einzelnen Person dar. Der Autor ist ein Vater eines Taufkirchener Spielers. Diese Web-Seite ist eine private Seite und keine offizielle Seite des SV-DJK Taufkirchen.